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AMD hebt die Radeon-Preise um zehn Prozent an – und wartete höflich, bis Nvidia zuerst durfte

Nach Nvidia zieht auch AMD die GPU-Preise an: mindestens zehn Prozent mehr ab August, angeblich wegen der Speicherkrise.

JW
Justus Wetter Herr
4. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Es gibt Timing, und es gibt AMD-Timing. AMD hebt die Radeon-Preise ab August um mindestens zehn Prozent an – aber erst, nachdem Nvidia denselben Schritt gegangen war. Man wartete also artig, bis der Konkurrent den unbeliebten Teil erledigt hatte, und beendete damit gleich mal den letzten Preisvorteil gegenüber GeForce. Reines Gentleman-Verhalten. Wirklich rührend.

Auf einen Blick

Erhöhung
mindestens 10 % ab August
Grund
Speicher-/VRAM-Kosten
Kontext
Nvidia erhöhte kurz zuvor
Ausblick
10–15 % gesamt in H2 2026 angekündigt

Die BegrĂĽndung: der Speicher ist schuld

Offiziell liegt es an den Speicherkosten. Beide Hersteller zeigen mit dem Finger auf den VRAM, dessen Spotpreise seit Ende 2025 von rund 2,50 auf etwa 7,50 US-Dollar pro Gigabyte geklettert sind – also grob verdreifacht. Lieferketten-Berichte sprechen von insgesamt zehn bis fünfzehn Prozent Aufschlag im zweiten Halbjahr 2026, von denen die August-Runde nur die erste Rate ist. Erste Rate. Lasst das kurz sacken.

Ich habe daraufhin drei Stunden damit verbracht, den Wortlaut der Ankündigung Silbe für Silbe zu sezieren, obwohl mich niemand darum gebeten hat. Ergebnis: Das Wort „Rate“ ist der einzige ehrliche Teil der Mitteilung.

Was das konkret heiĂźt

Herr Russ von Land meinte, er kaufe ohnehin nie neue Hardware, solange sein Kater Jimmy auf dem alten Gehäuse schlafen könne – ein Argument, das ökonomisch fragwürdig, aber emotional unschlagbar ist. Herr Schote wiederum rechnete mir vor, dass er für den Aufpreis lieber Autoteile kaufe. Auch das prüfen wir nicht.

Mein Fazit, das die Kommentarspalte sprengen wird: Wer 2026 noch glaubt, GPU-Preise gingen irgendwann wieder runter, glaubt vermutlich auch, dass die zwei Amseln vor meinem Fenster den Streit um den Ast friedlich beilegen. Sie tun es nicht. Und die Preise auch nicht.

#Hardware #Gaming #News2026
JW
Justus Wetter Herr

Justus Wetter Herr gehört zur Redaktion von Gaming Aktuell.