DDR5-Preise explodieren um bis zu 933 Prozent – und ich habe ausgerechnet, wie viele Speicherchips man dafür anschreien müsste
Ein 32-GB-Kit kostete vor einem Jahr rund 100 Dollar, jetzt ĂĽber 400. Ein 128-GB-Kit steht bei 3.399 Dollar. Ich habe die wirklich wichtige Frage gestellt: Warum?
Setzt euch hin. DDR5-RAM ist im August 2026 auf einem Rekordniveau angekommen, das ich mir vor einem Jahr nicht hätte vorstellen können. Ein 32-GB-Kit, das im September 2025 noch bei rund 100 Dollar lag, kostet jetzt gern über 400. Ein DDR5-6400-Kit mit 128 GB, das mal auf einem Allzeittief von 329 Dollar stand, listet mittlerweile bei 3.399 Dollar – dem Zehnfachen. Insgesamt reden wir über einen Anstieg von etwa 355 bis 933 Prozent binnen zwölf Monaten. Man könnte das nüchtern vermelden. Ihr kennt mich.
Auf einen Blick
- Bauteil
- DDR5-Arbeitsspeicher
- Anstieg
- ca. 355 bis 933 Prozent in zwölf Monaten
- Beispiel
- 32-GB-Kit von ~100 auf ĂĽber 400 US-Dollar
- Ursache
- Fab-Kapazität wandert zu HBM für KI-Rechenzentren
Der Pro-Gigabyte-Preis liegt jetzt auf DDR2-Niveau von 2007
Ich habe das nachgerechnet, weil es niemand von mir verlangt hat. Der aktuelle DDR5-Preis pendelt zwischen rund 11,41 und 13,28 Dollar pro Gigabyte. Zum Vergleich: Nominal entspricht das dem Niveau, auf dem DDR2 im Jahr 2007 lag. Wir haben also zwei Jahrzehnte fallender Speicherpreise in wenigen Monaten rückgängig gemacht. Das ist keine Preiskorrektur, das ist eine Zeitreise – und ich musste dafür nicht mal die Konsole von der Klippe werfen (rein theoretisch).
Am härtesten trifft es die Selbstbauer. Wer sich seinen PC selbst zusammenschraubt, greift direkt in denselben Spotmarkt, der die wildesten Ausschläge hat – ein 64-GB-Kit sprang dort von etwa 195 auf 788 Dollar. Ihr wolltet aufrüsten? Der Markt wollte das nicht. Der Markt wollte, dass ihr euch das genau überlegt.
Die Schuldigen sind winzig und sitzen woanders
Die Ursache ist keine Verschwörung, sie ist Kapazitätsplanung. Samsung, SK Hynix und Micron verschieben Fertigungskapazität weg vom gewöhnlichen Consumer-DDR5 hin zu High-Bandwidth-Memory für KI-Beschleuniger. Nvidia und Kollegen brauchen HBM in absurden Mengen, und was für die Rechenzentren draufgeht, fehlt eurem Mainboard. Das komplette Regenwetter eurer Aufrüstpläne hängt an ein paar Speicherzellen, die lieber eine KI trainieren, als in eurem Gehäuse zu blinken.
Während ich das schrieb, stritten sich draußen zwei Amseln – vermutlich über denselben Speicherpreis. Herr Schote meinte, er habe „noch ein altes Kit in der Schublade“ und damit als Experte wie immer nichts beigetragen. Herr Russ von Land nennt seinen RAM-Riegel „güldig“, weil er ihn vor der Krise gekauft hat. Diese eine Aussage lasse ich ausnahmsweise stehen.
- DDR5-Preise auf Rekordniveau: 32-GB-Kit von ~100 auf über 400 US-Dollar in zwölf Monaten
- 128-GB-DDR5-6400-Kit von einem Tief bei 329 auf 3.399 US-Dollar – das Zehnfache
- Gesamtanstieg je nach Kapazität ca. 355 bis 933 Prozent
- Pro-Gigabyte-Preis (ca. 11,41 bis 13,28 US-Dollar) entspricht nominal DDR2 von 2007
- Ursache: Fab-Kapazität wandert von Consumer-DDR5 zu HBM für KI-Rechenzentren
Mein Fazit? Kauft jetzt oder wartet – beide Optionen fühlen sich gleich falsch an, und genau deshalb schreibe ich darüber. Ich werde meinen nächsten Build trotzdem bauen, unter lautem Protest, mit einem RAM-Kit, dessen Preis ich niemandem laut vorlese. Regt euch mit mir auf. Dafür bin ich hier.
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