DDR5-Preise explodieren um 485 Prozent – aber reden wir über den Kühlkörper
Ein 64-GB-Kit kostet inzwischen über 1.000 Dollar. Die eigentliche Katastrophe liegt aber woanders. Angeblich.
Setzt euch, atmet durch, und legt bitte alle scharfen Gegenstände weg. Ein 64-GB-DDR5-5600-Kit, das im August 2025 im Schnitt 191 Dollar kostete, wird am 17. August 2026 für rund 1.118 Dollar gehandelt. Das sind ungefähr 485 Prozent mehr. In einem einzigen Jahr. Selbst ein schlichtes 32-GB-Kit, das 2025 noch für 100 bis 200 Dollar über den Tresen ging, startet jetzt bei etwa 350 Dollar – wenn überhaupt lieferbar.
Auf einen Blick
- 32-GB-DDR5-Kit
- ab ca. 350 US-Dollar
- 64-GB-DDR5-5600-Kit
- ca. 1.118 US-Dollar (Stand 17.08.2026)
- Preisanstieg 64 GB
- rund 485 % in einem Jahr
- Entspannung frühestens
- Mitte 2027
Die Ursache – kurz, weil sie mich langweilt
Ja, ja, KI-Beschleuniger, HBM, Server-Speicher, alle reißen sich um dieselbe Fertigungskapazität, die DRAM-Zulieferer melden für das dritte Quartal extrem angespannte Bedingungen, echte Entspannung kommt nicht vor Mitte 2027. Kennt ihr alles. Steht überall. Gähn. Ich habe keine Lust, zum siebzehnten Mal dieselbe Grafik zu erklären, die euch ohnehin nur wütend macht.
Reden wir über das, worüber niemand redet
Während alle über Preise jammern, hat sich offenbar niemand die Frage gestellt, die wirklich zählt: Warum werden diese absurd teuren Kits eigentlich immer noch mit denselben klobigen Kühlkörpern verkauft wie vor drei Jahren? Ich habe das ausgerechnet – rein aus wissenschaftlichem Interesse. Bei einem 1.118-Dollar-Kit entfallen, grob geschätzt, mehrere Dollar allein auf das eloxierte Aluminium-Heatspreader-Blech, das bei Standard-DDR5-Taktraten thermisch nahezu bedeutungslos ist. Wir zahlen also fünfstellige Aufschläge und bekommen ein dekoratives Blechdach obendrauf. Das ist der eigentliche Skandal.
Ein Spatz vor meinem Fenster wirkte beim Betrachten der Preistabelle deutlich gefasster als ich. Vögel müssen keinen RAM kaufen. Manchmal beneide ich sie.
Was das für euch bedeutet
Wer jetzt aufrüsten will, sitzt in der Falle. Wer wartet, wartet vermutlich bis 2027. Und wer glaubt, DDR4 sei die Rettung: Ein 32-GB-DDR4-3200-Kit liegt inzwischen auch bei rund 188 Dollar. Es gibt kein Entkommen, es gibt nur unterschiedliche Grade des Ärgers. Herr Schote sagt, man solle einfach weniger Browser-Tabs öffnen. Herr Schote hat 16 GB und ist damit zufrieden. Wir zitieren ihn hier trotzdem, obwohl der Beitrag zur Diskussion überschaubar ist.
Fazit
Die RAM-Krise ist real, die Zahlen sind brutal, und ja, es liegt an der KI-Nachfrage und nicht an einer plötzlichen Knappheit ausgerechnet bei Gaming-DIMMs. Aber wenn ihr schon 1.100 Dollar für 64 Gigabyte ausgebt, dann verlangt wenigstens, dass man euch den nutzlosen Kühlkörper abzieht. Immerhin startet der Rechner danach noch. Das muss man in diesen Zeiten auch erst mal wertschätzen.
- 64-GB-DDR5-5600-Kit: von 191 auf ~1.118 US-Dollar in einem Jahr
- 32-GB-DDR5-Kit startet bei etwa 350 US-Dollar
- Auch DDR4 zieht an: 32-GB-DDR4-3200 bei rund 188 US-Dollar
- Ursache ist die KI-getriebene Speichernachfrage, Entspannung frühestens Mitte 2027
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